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aberratio ictus

aberratio ictus

Ein Fall des aberratio ictus (Fehlgehen, Abirren des Schlags) liegt vor, wenn der Täter ein anderes als das anvisierte Objekt trifft. Ausgangspunkt für die Lösung von aberratio-ictus-Fällen ist immer die Frage, ob die Objekte gleichwertig oder verschieden sind.

  • Bei Ungleichwertigkeit (Täter zielt auf Mensch und trifft eine Sache): Versuch, eventuell in Tateinheit mit fahrlässiger Begehung.
  • Bei Gleichwertigkeit (Täter zielt auf Person A und trifft Person B) ist streitig, ob wegen vollendeter Tat (hM) oder ebenfalls wie bei Ungleichwertigkeit bestraft werden soll.

Der aberratio ictus ist abzugrenzen zum error in obiecto (error in persona). Denn beim error in obiecto trifft der Täter das anvisierte Objekt, irrt aber über dessen Eigenschaften.

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