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actio libera in causa

actio libera in causa

Die actio libera in causa (alic) ist eine Rechtsfigur, die Strafbarkeitslücken in speziellen Fällen der Schuldunfähigkeit schließen soll.

Beispiel: T betrinkt sich, um O im schuldunfähigen Zustand zu töten.

Auch wer sich vorsätzlich in einen Rausch versetzt, darf nach dem im Strafrecht geltenden Simultanitätsprinzip (bei Begehung der Tat, § 20 StGB) eigentlich nur nach § 323a StGB (Vollrausch) bestraft werden - mit einer Höchststrafe von fünf Jahren Freiheitsstrafe. Das mag in vielen Fällen (Beispiel: Mord im vorsätzlich herbeigeführten Vollrausch) unverhältnismäßig erscheinen. Hier setzt die Idee der alic ein: freies Handeln in der Verursachung. Zur Begründung der alic kommen drei Modelle in Betracht:

Die actio libera in causa wird von großen Teilen der Literatur abgelehnt (Unvereinbarkeitstheorie).

Verwandte Themen

Simultanitätsprinzip | Vorverlagerungstheorie | Ausdehnungsmodell | Ausnahmemodell | Unvereinbarkeitstheorie

Links

BGH 4 StrR 217/96: Straßenverkehrsgefährdung und actio libera in causa
BGH 2 StrR 135/00: Fortwährende Geltung der alic-Grundsätze
juraSchema.de: Prüfungsschema actio libera in causa
juraCrash.de: Crashkurs Blutalkohol

FAQ

Was ist die Übersetzung von actio libera in causa?

Wozu dient der Gedanke der actio libera in causa im Strafrecht?

Sind actio libera in causa-Fälle gesetzlich nicht geregelt?

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