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argumentum a minore ad maius

argumentum a minore ad maius

Das argumentum a minore ad maius ist eine Form des Erst-recht-Schlusses. Hier wird vom Kleineren auf das Größere geschlossen beziehungsweise vom Schwächeren auf das Stärkere oder vom Einzelnen auf das Allgemeine. Beispiele:

  • Wenn schon die reine Absicht der Verwendung eines Werkzeugs einen Tatbestand erfüllt, dann gilt dies erst recht, wenn das Mittel auch tatsächlich eingesetzt wird (§ 244 I Nr. 1b StGB).
  • Wenn 50.000 Euro ein Vermögensverlust großen Ausmaßes im Sinne von § 263 Abs. 3 Nr. 2 StGB ist, dann gilt dies erst recht für 100.000 Euro.
  • Wenn schon fahrlässiges Handeln eine Erfolgsqualifikation begründet, dann erst recht vorsätzliches Handeln.

Voraussetzung dieser Argumentationsmethode ist immer eine planwidrige Regelungslücke.

Siehe auch: argumentum a maiore ad minus

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