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dolus generalis

dolus generalis

Als dolus generalis (Generalvorsatz) wird ein allgemeiner Vorsatz bezeichnet, mit dem die Rechtsprechung früher Fälle des Irrtums über den Kausalverlauf gelöst hat. Ein Vorsatz zu irgendeinem Zeitpunkt der Tathandlung reiche aus – auch wenn der Erfolg völlig anders als erwartet eintritt.

Beispiel (der klassische Jauchegrubenfall): Die Täterin glaubt, ihr Opfer bereits getötet zu haben und wirft die vermeintliche Leiche in eine Jauchegrube. Dort erstickt das bewusstlose Opfer.

  • Nach der hM liegt ein vollendetes Delikt vor, wenn die Abweichung des Kausalverlaufs nicht wesentlich ist.
  • Nach anderer Auffassung liegt ein Versuch, eventuell in Konkurrenz mit einem fahrlässigen Delikt vor.

FAQ

Was ist der dolus generalis?

Wie werden dolus generalis-Fälle gelöst?

Wodurch unterscheidet sich der dolus generalis von den Vorsatzformen dolus subsequens und dolus antecedens?

Verwandte Themen

Irrtum über den Sachverhalt | aberratio ictus | Untauglicher Versuch

Links

BGHSt 14, 193: Jauchegrubenfall
Jonas Hellinger: Problematiken des Vorsatzes und der Rücktritt vom Versuch bei mehraktigen Geschehen: Probleme des Vorsatzes, der Vorverlagerung des Tätervorsatzes und der Rechtsfigur des Dolus Generalis (2013) | amazon.de
Hans Walter Eschlwöch: Der Dolus generalis im Strafrecht als Problem der Handlungseinheit (1935) | amazon.de
Günther Menzel: Die Streitfrage des dolus generalis (1916) | amazon.de
Alexander Windaus: Die Streitfrage über den Dolus generalis und die Verantwortung des Causalzusammenhangs (1899) | amazon.de

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