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Erlaubnisirrtum

Erlaubnisirrtum

Beim Erlaubnisirrtum (indirekter Verbotsirrtum) täuscht sich der Täter über das Bestehen oder die rechtlichen Grenzen eines Rechtfertigungs­grundes. Der Täter hält seine Tat für gerechtfertigt, weil er sich einen nicht bestehenden Rechtfertigungsgrund vorstellt oder die Grenzen dieses Rechtfertigungsgrundes zu weit ausdehnt. Über den Sachverhalt irrt er jedoch nicht (vgl. Erlaubnistatbestandsirrtum).

Beispiel: Der Täter schlägt seinen Sohn, um ihn zu maßregeln. Dabei geht er von dem Bestehen eines Züchtigungsrechts aus.

  • Dieser Irrtum wird wie ein Verbotsirrtum gemäß § 17 StGB behandelt: Schuldlosigkeit bei Unvermeidbarkeit.
  • In der Regel ist ein Erlaubnisirrtum vermeidbar.

Verwandte Themen

Verbotsirrtum | Erlaubnistatbestandsirrtum | Irrtum über die rechtliche Bewertung

Links

Philipp Wissmann: Bewusstsein über die Rechtswidrigkeit
BGH 1 StR 708/51: Erlaubnisirrtum beim Züchtigungsrecht
juraCrash.de: Crashkurs Irrtum

FAQ

Was ist ein Erlaubnisirrtum?

Wie wird ein Erlaubnisirrtum rechtlich behandelt?

Was ist der Unterschied zwischen Erlaubnisirrtum und Erlaubnistatbestandsirrtum?

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