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error in obiecto

error in obiecto

Beim error in obiecto irrt der Täter über die Identität des Objekts bzw. der Person (error in persona) als Ziel seiner Handlung. Es liegt kein Fall eines aberratio ictus vor, weil der Täter sein anvisiertes Ziel trifft.

  • Bei Gleichwertigkeit der Objekte im tatbestandlichen Sinne (zum Beispiel Mensch = Mensch) ist der error in obiecto ein unbeachtlicher Motivirrtum. Beispiel: Täter zielt auf A, den er für seinen Feind F hält.
  • Bei Ungleichwertigkeit liegt ein Tatbestands­irrtum vor. Beispiel: Täter zielt auf eine Schaufensterpuppe, die er für einen Menschen hält.

Bei Ungleichwertigkeit der Objekte ist ein eventuell bestehendes Fahrlässigkeitsdelikt zu prüfen.

Umstritten ist die Auswirkung eines error in persona beim unmittelbaren Täter auf den Anstifter (bzw. beim Tatwerkzeug auf den mittelbaren Täter).

  • Eine Mindermeinung nimmt in solchen Fällen für den Anstifter einen aberratio ictus an.
  • Die hM bewertet den Irrtum des unmittelbaren Täters für den Anstifter als unbeachtlich, soweit sich die Abweichung innerhalb der Grenzen der Lebenserfahrung bewegt. Bestrafung wegen vollendeter Anstiftung.

Verwandte Themen

aberratio ictus | Tatbestandsirrtum

Links

BGHSt 11, 286: Verfolger-Fall
BGHSt 37, 214: Hoferben-Fall

FAQ

Was ist der Unterschied zwischen error in obiecto/persona und aberratio ictus?

Worin liegt der Irrtum des Täters beim error in obiecto/persona begründet?

Wie ist die Rechtsfolge beim error in obiecto/persona?

Welche Auswirkung hat ein error in persona des unmittelbaren Täters auf den Anstifter?

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