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Grundtatbestand

Grundtatbestand

Der Grundtatbestand ist die Ausgangsform eines Deliktstyps. Zu einem Grundtatbestand können Qualifikationen, Privilegierungen und Regelbeispiele existieren. Der Grundstatbestand enthält die Mindestanforderungen an die Strafbarkeit eines bestimmten Verhaltens.

Beispiele:

  • Totschlag mit § 211 als Qualifikation (hM) und § 216 als Privilegierung.
  • Diebstahl (§ 242 StGB) mit § 243 als Regelbeispiel und § 244 als Qualifikation.

Die Verwirklichung einer Privilegierung, Qualifikation oder eines Regelbeispiels ist ohne die gleichzeitige Verwirklichung des Grundtatbestands nicht denkbar.

  • Privilegierungen und Qualifikationen verdrängen den Grundtatbestand im Wege der Gesetzeskonkurrenz (Spezialität).
  • Der Grundtatbestand wird bei Vorliegen eines Regelbeispiels in einem besonders schweren oder minder schweren Fall verwirklicht (Beispiel: Diebstahl in einem besonders schweren Fall, §§ 242, 243).

FAQ

Was ist ein Grundtatbestand?

Welche Ausprägungen eines Deliktstyps gibt es im Verhältnis zum Grundtatbestand?

In welchem Verhältnis steht der Grundtatbestand zu Qualifikationen oder Privilegierungen?

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