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Möglichkeitstheorie

Möglichkeitstheorie

Die Möglichkeits­theorie definiert den bedingten Vorsatz allein nach der Einschätzung des Täters, ob der Taterfolg möglich ist oder nicht. Wie der Täter zum Erfolg steht (ob er ihn zum Beispiel billigt), ist irrelevant. Das kognitive Element der Tätervorstellung reicht aus.

Sogar fernliegende Erfolge führen bei dieser Theorie zu einer Bestrafung wegen einer vorsätzlichen Tat, wenn sich der Täter nicht nur irgendwie, sondern konkret die Möglichkeit des Erfolgseintritts als Folge seines Verhaltens vorstellt. Das gilt letztlich auch für einen Täter, der nach den Gesetzen der Wahrscheinlichkeit gute Gründe hat, auf den Nichteintritt des Erfolgs zu vertrauen.

Kindhäuser Strafrecht AT, § 14 Rn. 27: Begründung der Möglichkeitstheorie

FAQ

Was besagt die Möglichkeitstheorie (Strafrecht)?

Was ist der Hauptkritikpunkt an der Möglichkeitstheorie?

Ist die Möglichkeitstheorie eine voluntative oder kognitive Theorie?

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