jurAbisZ.de | Strafrecht Definitionen

Negative Tatbestandsmerkmale

Negative Tatbestandsmerkmale

Die Lehre von den negativen Tatbestands­merkmalen (LnT) besagt, dass zu jedem Tatbestand auch (negativ) das Nichtvorliegen von Rechtfertigungsgründen gehört.

Konsequenterweise liegt bei einem Erlaubnis­tatbestandsirrtum nach der LnT § 16 StGB (Tatbestandsirrtum) unmittelbar (und nicht analog) vor. Der Täter stellt sich nicht (wie im Normalfall) das Fehlen von Rechtfertigungsgründen vor, sondern deren Vorliegen - und das würde den Tatbestand ausschließen. Der Täter kann eventuell wegen fahrlässiger Begehung bestraft werden (§ 16 I 2 StGB).




FAQ

Was besagt die Lehre von den negativen Tatbestandsmerkmalen?

Welche Konsequenz hat die Lehre von den negativen Tatbestandsmerkmalen für den Aufbau der Straftat?

Wie behandelt die Lehre von den negativen Tatbestandsmerkalen den Erlaubnistatbestandsirrtum?


Verwandte Themen

Erlaubnistatbestandsirrtum | Strenge Schuldtheorie | Eingeschränkte Schuldtheorie | Aufbau der Straftat


Links

Urs Kindhäuser: Skript Erlaubnistatbestandsirrtum (PDF)
Sascha Holznagel: Zustimmung als negatives Tatbestandsmerkmal · Dekonstruktion der Zweiteilungslehre und Rekonstruktion einer einheitlichen Zustimmungsdogmatik (2019) | amazon.de
Klaus Rinck: Der zweistufige Deliktsaufbau (2000) | amazon.de
Jutta Minas von Savigny: Negative Tatbestandsmerkmale · Ein Beitrag zur Rechtssatz- und Konkurrenzlehre (1972) | amazon.de

· · ·
Strafrecht Definitionen > Irrtum > Irrtum über den Sachverhalt > Erlaubnistatbestandsirrtum > Negative Tatbestandsmerkmale | Strenge Schuldtheorie | Eingeschränkte Schuldtheorie

jurAbisZ.de | © Jan Knupper | Impressum