jurAbisZ.de | Strafrecht Definitionen

Postpendenz

Postpendenz

Ein Fall der Postpendenz liegt vor, wenn die Vortat ungewiss ist – bei Gewissheit würde dagegen die Strafbarkeit der unzweifelhaft vorliegenden Nachtat entfallen.

Beispiel: Fälle der Hehlerei (§ 259) mit zweifelhafter Beteiligung am vorangegangenen Diebstahl.

Nach hM wird der Täter wegen der Nachtat verurteilt. Eine doppelte Anwendung des Grundsatzes in dubio pro reo würde zu ungerechten Ergebnissen führen. Denn dann würde derjenige, der möglicherweise eine Vortat begangen hat, besser stehen als derjenige, der dies zweifelsfrei nicht getan hat. Nur eine bewiesene Vortat kann Anlass dafür sein, wegen einer ebenfalls bewiesenen Tat auf Bestrafung zu verzichten.

Siehe auch: Präpendenz

FAQ

Was heißt Postpendenz?

Wie löst die herrschende Meinung Fälle der Postpendenz?

· · ·
Strafrecht Definitionen > Grundsätze > Auslegungsmethoden > in dubio pro reo > Postpendenz | Wahlfeststellung | Präpendenz

jurAbisZ.de | © Jan Knupper | Impressum