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Tatbestandsirrtum

Tatbestandsirrtum

Beim Tatbestands­irrtum gemäß § 16 StGB irrt der Täter (zu seinen Gunsten) über einen bestimmten Umstand des Sachverhalts. Der Irrtum kann sich auch auf den Kausalverlauf beziehen.

Beispiel: Der Täter schießt auf einen Menschen, den er für eine Schaufensterpuppe hält.

  • Rechtsfolge: Der Vorsatz in Bezug auf den objektiv verwirklichten Tatbestand entfällt, eventuell Bestrafung wegen fahrlässiger Tatbegehung (wenn ein entsprechendes Fahrlässigkeitsdelikt existiert).

Wichtig: Der Begriff ist missverständlich. Beim Tatbestandsirrtum irrt der Täter nämlich gerade nicht über den Tatbestand, sondern über den Sachverhalt (sonst: Wahndelikt).

Der Tatbestandsirrtum ist ein umgekehrter untauglicher Versuch.

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