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Teleologische Reduktion

Teleologische Reduktion

Unter einer teleologischen Reduktion versteht man die restriktive Auslegung einer Norm für Fälle, die vom Wortsinn her erfasst werden, aber aufgrund des Ziels und des Zwecks der Norm unpassend erscheinen.

  • Ein Sachverhalt fällt nach dem Wortlaut unter eine bestimmte Norm.
  • Das Gericht wendet die Norm jedoch bewusst nicht an.

Eine teleologische Reduktion wird dann notwendig, wenn der Gesetzgeber zu viel geregelt hat. Die vom Wortlaut erfassten Fälle widersprechen der eigentlichen Zielsetzung des Gesetzes.

Beispiel: Üble Nachrede oder Verleumdung (§ 186 StGB, § 187 StGB) im engsten Familienkreis.

Die teleologische Reduktion ist das Gegenteil der analogen Auslegung einer Norm. Mit einer Analogie werden Lücken geschlossen, wenn vom Gesetzgeber versäumt wurde, eine Ausnahmeregelung zu schaffen. Die teleologische Reduktion verhindert dagegen eine zu weitgehende Anwendung einer Norm. In der Praxis der Rechtsprechung sind teleologische Reduktionen seltene Ausnahmen.

BGH: Keine teleologische Reduktion des § 30a Abs. 2 Nr. 2 BtMG
Für eine einschränkende Auslegung des Tatbestands im Wege einer teleologischen Reduktion ist nach Auffassung des Senats schon deshalb kein Raum, weil sich für die Beurteilung der Frage, unter welchen Voraussetzungen eine Gefahr für das geschützte Rechtsgut nach Lage der Dinge gänzlich ausgeschlossen erscheint, vor dem Hintergrund des weiten Verständnisses des Handelsbegriffes im Betäubungsmittelstrafrecht und des Schutzzwecks des § 30a Abs. 2 Nr. 2 BtMG keine sachgerechten, abstrakt formulierbaren Kriterien finden lassen.
BGH 4 StR 303/19

FAQ: Teleologische Reduktion
Video: Teleologische Reduktion in 62 Sekunden




FAQ

Was ist eine teleologische Reduktion?

Was ist das Gegenteil einer teleologischen Reduktion?

Wann ist die teleologische Reduktion einer Norm geboten?


Teleologische Reduktion in 62 Sekunden

▸ Definition · Teleologische Reduktion
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▸ Vergleich · Reduktion und Analogie


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Verwandte Themen: Teleologische Auslegung | Analogieverbot


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Crashkurs Grundsätze des Strafrechts
BGH 4 StR 303/19: Ablehnung einer teleologischen Reduktion des § 30a Abs. 2 Nr. 2 BtMG
BGH 3 StR 336/13: Keine teleologische Reduktion bei § 306a Abs. 1 Nr. 1 StGB
BGH 2 StR 307/20: Keine teleologische Reduktion bei § 326 Abs. 1 2. Alt. StGB
BGH 1 StR 112/17: Keine teleologische Reduktion bei § 244 Abs. 1 Nr. 1a StGB
Frank Hennings: Teleologische Reduktion des Betrugstatbestandes aufgrund von Mitverantwortung des Opfers unter besonderer Berücksichtigung des Kapitalanlage- und Kreditbetruges (2002) | Amazon #Anzeige
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