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Überschießende Innentendenz

Überschießende Innentendenz

Überschießende Innen­tendenzen sind subjektive Tatbestandselemente, die keine Entsprechung im objektiven Tatbestand haben. Tatbestände mit überschießenden Innentendenzen sind erfolgskupierte Delikte.

Beispiel:

  • Der Vorsatz des Täters beim Diebstahl (§ 242 StGB) muss sich auf die objektiven Tatbestandsmerkmale fremde bewegliche Sache und Wegnahme beziehen.
  • Außerdem muss der Täter in der Absicht handeln, sich die Sache rechtswidrig zuzueignen.
  • Diese Zueignungsabsicht muss (und kann) sich jedoch nicht objektiv verwirklichen. Sie ist daher eine überschießende Innentendenz und § 242 StGB ist ein erfolgskupiertes Delikt.

Im umgekehrten Fall (Merkmale des objektiven Tatbestands haben keine Entsprechung im subjektiven Tatbestand) handelt es sich um objektive Bedingungen der Strafbarkeit.

Trotz ihrer Stellung im subjektiven Tatbestand sind überschießende Innentendenzen keine besonderen persönlichen Merkmale im Sinne von § 28 StGB, sondern tatbezogene Merkmale.

Verwandte Themen

Erfolgskupiertes Delikt | Objektive Bedingungen der Strafbarkeit

Links

BGH 2 StR 104/10: Überschießende Innentendenzen fallen nicht unter § 28 StGB

FAQ

Was ist eine überschießende Innentendenz?

Woran erkennt man überschießende Innentendenzen?

Wie nennt man Tatbestände mit überschießenden Innentendenzen?

Beispiel für einen Tatbestand mit überschießender Innentendenz?

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