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Unbewusste Fahrlässigkeit

Unbewusste Fahrlässigkeit

Unbewusste Fahrlässigkeit liegt vor, wenn der Täter objektiv und subjektiv gegen eine Sorgfaltspflicht verstößt, aber (im Gegensatz zur bewussten Fahrlässigkeit) nicht erkennt, dass er durch sein Verhalten einen Tatbestand erfüllt. Er hätte dies aber objektiv und nach seinen persönlichen Fähigkeiten erkennen können.

Die schulddogmatische Begründung der Strafbarkeit unbewusster Fahrlässigkeit ist schwierig. Denn der Täter handelt nicht willentlich in Bezug auf den Tatbestandserfolg. Dieser ist ihm ja überhaupt nicht bewusst. Zur Strafbarkeit der unbewussten Fahrlässigkeit werden zwei Lösungsansätze vertreten:

  • Verstandesschuld: Der Täter kann über den Gebrauch seiner Einsichtsfähigkeit frei entscheiden. Es liegt an ihm, Irrtümer zu vermeiden.
  • Lebensführungsschuld: Der Täter hat sich vorwerfbar nicht zu einer rechtstreuen Persönlichkeit erzogen.

Das Strafgesetz definiert Fahrlässigkeit nicht. Ob der Täter bewusst oder unbewusst fahrlässig gehandelt hat, ist nur für die Strafzumessung im Einzelfall relevant.

Verwandte Themen

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Links

Arnd Koch: Zur Strafbarkeit unbewusster Fahrlässigkeit
Gunnar Spilgies: Aporie der Schuldbegründung bei unbewusster Fahrlässigkeit

FAQ

Was ist unbewusste Fahrlässigkeit?

Wo ist unbewusste Fahrlässigkeit im StGB definiert?

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