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Züchtigungsrecht

Züchtigungsrecht

Das Züchtigungs­recht wurde früher (zum Beispiel von der Rechtsprechung) als Rechtfertigungsgrund für Körperverletzungen im Rahmen der Erziehung angenommen. Voraussetzungen:

  • Die Züchtigung musste sich objektiv innerhalb der vom Erziehungszweck gezogenen Grenzen halten.
  • Sie durfte nur durch die Erziehungsberechtigten ausgeübt werden.
  • Sie musste subjektiv vom Erziehungsgedanken getragen sein.

Diese Auffassung wird heute nicht mehr vertreten. Körperliche Gewalt als Erziehungsmittel ist in Deutschland seit 2000 gesetzlich untersagt:

  • Kinder haben ein Recht auf gewaltfreie Erziehung. Körperliche Bestrafungen, seelische Verletzungen und andere entwürdigende Maßnahmen sind unzulässig. (§ 1631 II BGB)

Ein in Bezug auf das Züchtigungsrecht bestehender Erlaubnisirrtum ist in der Regel vermeidbar und deshalb irrelevant.

BGHSt 12, 62: Übertragung des Züchtigungsrechts auf Lehrer (Entscheidung aus dem Jahr 1958)

FAQ

Welche Funktion hatte das Züchtigungsrecht im Strafrecht?

Wann wurde das Züchtigungsrecht gesetzlich in Deutschland abgeschafft?

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