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Strafrecht Definitionen: A-Z | 0.1.2.

Übernahmefahrlässigkeit

Übernahmefahrlässigkeit

Übernahme­fahrlässigkeit ist eine besondere Form der objektiven Sorgfaltspflicht­verletzung bei der Fahrlässigkeit. Jemand übernimmt eine Tätigkeit, ohne die dafür erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten zu besitzen.

Beispiel: Ein Arzt führt eine komplizierte Operation durch, obwohl er sich mit deren spezifischen Risiken nicht auskennt. Bei der Operation selbst handelt er im Rahmen seiner Fähigkeiten, begeht aber einen Fehler, den ein Spezialist nicht begangen hätte.

  • Der Fahrlässigkeitsvorwurf ist hier nicht durch die Ausführung der Operation, sondern die Übernahme begründet.
  • Dies gilt natürlich nur, soweit kein Notfall vorlag und ein anderer Arzt mit Spezialkenntnissen die Aufgabe hätte übernehmen können.

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