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Bedingter Vorsatz

Bedingter Vorsatz

Bedingter Vorsatz (Eventualvorsatz) ist die schwächste Form des Vorsatzes im Sinne von § 15 StGB. Die Definition des bedingten Vorsatzes ist umstritten:

  • Definition nach dem voluntativen (Wollens-)Element: Der Täter hält den Erfolg für möglich und findet sich damit ab (vgl. § 5 Abs. 1 öStGB) oder nimmt ihn billigend in Kauf (Rspr. in Deutschland)
  • Definition nach dem intellektuellen (Wissens-)Element: Es reicht für die Annahme von Vorsatz aus, dass der Täter den Erfolg für möglich (Möglichkeits­theorie) oder wahrscheinlich hält (Wahrscheinlichkeit­stheorie).
  • Andere Theorien (die auf ein voluntatives Element verzichten): Der Täter handelt vorsätzlich, wenn er sich bewusst für ein unerlaubtes Risko entscheidet (Risikotheorie) oder eine unabgeschirmte Gefahr für das Rechtsgut schafft (Theorie der unabgeschirmten Gefahr).

Regelmäßig schwierig ist die Abgrenzung zwischen bedingtem Vorsatz und bewusster Fahrlässigkeit.

Siehe auch: Subjektiver Tatbestand | Fahrlässigkeit | Bewusste Fahrlässigkeit | Direkter Vorsatz | dolus directus I | dolus directus II | Absicht | Objektive Bedingungen der Strafbarkeit | Konkretes Gefährdungsdelikt | Tatbestandsirrtum | Erlaubnistatbestandsirrtum | error in obiecto | Beteiligung | dolus generalis | Handlung | Tatentschluss

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