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Direkter Vorsatz

Direkter Vorsatz

Direkter Vorsatz (dolus directus) ist die stärkste Form des Vorsatzes im Sinne von § 15 StGB. Beim direkten Vorsatz werden zwei Arten unterschieden:

  • Direkter Vorsatz ersten Grades (dolus directus I): Der Täter handelt zielgerichtet hinsichtlich des Taterfolgs. Der Taterfolg ist die Motivation seines Handelns. Der vorgestellte Grad der Wahrscheinlichkeit des Erfolgseintritts spielt dabei keine Rolle.
  • Direkter Vorsatz zweiten Grades (dolus directus II): Es kommt dem Täter nicht auf den Erfolg an, er weiß aber, dass dieser mit Sicherheit als Folge seines Handelns eintreten wird. Das Wollens-Element spielt beim direkten Vorsatz zweiten Grades keine Rolle.

Ist in einem Tatbestand von Absicht die Rede, reicht direkter Vorsatz zweiten Grades in der Regel aus, wenn durch den Erfolg ein anderer geschädigt wird. Bei Selbstbegünstigung ist meist direkter Vorsatz ersten Grades erforderlich.

Siehe auch: Subjektiver Tatbestand | dolus directus I | dolus directus II | Absicht | Bedingter Vorsatz | Überschießende Innentendenz | Erfolgskupiertes Delikt | Fahrlässigkeit | Objektive Bedingungen der Strafbarkeit | Konkretes Gefährdungsdelikt | Tatbestandsirrtum | Erlaubnistatbestandsirrtum | error in obiecto | Beteiligung | dolus generalis | Handlung | Tatentschluss

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