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Parallelwertung

Parallelwertung

Die Parallel­wertung in der Laien­sphäre ist eine Rechtsfigur für den Vorsatz bezüglich normativer Tatbestandsmerkmale. Hiernach handelt ein Täter auch dann vorsätzlich, wenn er über den normativen Gehalt eines Tatbestandsmerkmals nichts weiß, aber die wesentlichen Umstände kennt, die zu einer korrekten rechtlichen Bewertung führen.

  • Beispiel: Der Täter hält einen Bierdeckel, auf den der Wirt Striche gemacht hat, nicht für eine Urkunde im Rechtssinne. Er weiß aber, dass der beschriebene Bierdeckel als Beweis für die Anzahl der bestellten Getränke dient. Insofern erfasst er das wesentliche Merkmal einer Urkunde und macht sich einer vorsätzlichen Urkundenfälschung strafbar, wenn er einzelne Striche ausradiert.
  • Auch bei Rechtfertigungs- und Entschuldigungsgründen kommt eine Parallelwertung in Betracht.

Siehe auch: Vorsatz | Bedingter Vorsatz | Subjektiver Tatbestand | Objektiver Tatbestand | Normative Tatbestandsmerkmale | Deskriptive Tatbestandsmerkmale | in dubio pro reo | Verbotsirrtum | Versuch | Fahrlässigkeit | Tatbestandsirrtum

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