jurAbisZ.de | Strafrecht Definitionen

dolus directus II

dolus directus II

Der Täter handelt mit direktem Vorsatz 2. Grades (dolus directus II, Wissentlichkeit), wenn er den Eintritt eines tatbestandlichen Erfolgs aufgrund seines Handelns für sicher hält. Das kognitive Element (die Einschätzung der Wahrscheinlichkeit des Erfolgs) ist dabei so dominant, dass es auf die voluntative (emotionale) Einstellung des Täters nicht ankommt (anders beim dolus directus I).

  • Dolus directus II ist erforderlich, wenn in Tatbeständen Ausdrücke wie wissentlich, wider besseres Wissen oder Kenntnis verwendet werden. Dadurch soll der bedingte Vorsatz ausgeschlossen werden.
  • Ist in einem Tatbestand von Absicht die Rede, reicht sicheres Wissen aus, wenn eine Fremdschädigungs­absicht gemeint ist.

Dolus directus II liegt häufig bezüglich sicherer Begleiterscheinungen zu einer Tatbegehung vor.

Siehe auch: Subjektiver Tatbestand | Direkter Vorsatz | dolus directus I | Absicht | Bedingter Vorsatz | Überschießende Innentendenz | Erfolgskupiertes Delikt | Fahrlässigkeit | Objektive Bedingungen der Strafbarkeit | Konkretes Gefährdungsdelikt | Tatbestandsirrtum | Erlaubnistatbestandsirrtum | error in obiecto | Beteiligung | dolus generalis | Handlung | Tatentschluss

Überblick: Alle 162 Definitionen A-Z