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Absicht

Absicht

Absicht bedeutet in der Regel direkter Vorsatz 1. Grades. Dem Täter kommt es bei seinem Handeln auf die Verwirklichung des tatbestandlichen Erfolgs an. Das kognitive Element (für wie wahrscheinlich der Täter den Erfolgseintritt hält) spielt bei der Absicht als zielgerichteter Erfolgswille keine Rolle.

  • Ist der Erfolg eine höchstwahrscheinliche, aber keine notwendige Begleiterscheinung für das eigentliche Tatziel, reicht bei der Verletzung eines fremden Rechtsguts oder eines Rechtsguts der Allgemeinheit direkter Vorsatz 2. Grades aus, wenn im Tatbestand absichtliches Handeln vorausgesetzt wird.
  • Umgekehrt gilt: Bei einer beabsichtigten reinen Selbstbegünstigung ist direkter Vorsatz 1. Grades erforderlich.

Absichten treten oft in Form von überschießenden Innentendenzen auf.

Verwandte Themen

dolus directus I | dolus directus II | Überschießende Innentendenz

Links

BGH 4 StR 7/61: Bereicherungsabsicht beim Betrug
BGHSt 41, 358: Verdeckungsabsicht beim Mord

FAQ

Was bedeutet Absicht im strafrechtlichen Sinne?

In welchen Fällen ist bei absichtlichem Handeln dolus directus II ausreichend?

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