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Beschützergarant

Beschützergarant

Den Beschützer­garanten trifft eine rechtliche Einstands­pflicht im Sinne von § 13 StGB. Der Beschützergarant muss ein Rechtsgut vor Gefahren aus allen Richtungen bewahren. Ein Verstoß kann die Strafbarkeit eines unechten Unterlassungsdelikts begründen.

Der Unterschied zum Überwachungsgaranten liegt darin, dass der Beschützergarant nicht für eine Gefahrenquelle verantwortlich ist. Die Gefahr kommt nicht aus seinem Bereich, sondern sie kommt von außen und droht einem Rechtsgut aus seinem Bereich. Der Beschützergarant hat Obhutspflichten.

Beispiele:

  • Enge Lebensgemeinschaften und familiäre Gemeinschaften
  • Gefahrengemeinschaften, bei denen sich Menschen freiwillig zusammenschließen (nicht: Schicksalsgemeinschaften in Unglücksfällen).

Auch die freiwillige Übernahme von Schutzpflichten kann die Stellung eines Beschützergaranten begründen. Beispiele hierfür sind Bademeister, Babysitter oder Bergführer.

Verwandte Themen

Unechtes Unterlassungsdelikt | Überwachungsgarant

Links

BGH 4 StR 289/16: Reichweite der Beschützergarantenpflicht bei eigenverantwortlicher Selbstgefährdung
Peter Bringewat: Strafrechtliche Risiken beruflichen Handelns von ASD-MitarbeiterInnen

FAQ

Was ist ein Beschützergarant?

Was ist der Unterschied zwischen einem Beschützergaranten und einem Überwachungsgaranten?

Beispiel für die Stellung eines Beschützergaranten?

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