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Neutrale Beihilfe

Neutrale Beihilfe

Als neutrale Beihilfe gelten bedingt vorsätzliche Hilfeleistungen durch eine an sich neutrale oder sozialadäquate Tätigkeit. Die Strafbarkeit solcher Handlungen als Beihilfe zur Haupttat ist umstritten.

Beispiel: T kauft im Geschäft des G eine Leiter. G nimmt es in Kauf, dass T diese Leiter für einen Wohnungseinbruch benutzen wird.

  • Das bloße Für-möglich-Halten einer Tatbegehung reicht nicht aus. Aber einem für den Hilfeleistenden erkennbar hohen Risiko liegt die Bewertung als Beihilfehandlung nahe.
  • Nach hM liegt eine Beihilfe zur Haupttat vor, wenn das Tun des Gehilfen seinen Alltagscharakter verliert und sich (objektiv wie subjektiv) als Solidarisierung mit dem Täter darstellt.

Auch der Gedanke des erlaubten Risikos kann in Fällen der neutralen Beihilfe eine Rolle spielen.

Verwandte Themen

Beihilfe | Haupttat | Bedingter Vorsatz | Erlaubtes Risiko

Links

BGH 3 StR 511/19: Beihilfe durch neutrale Handlungen
BGH 5 StR 624/99: Berufstypische Handlungen als Beihilfe

FAQ

Was ist neutrale Beihilfe?

Ist neutrale Beihilfe eine Beihilfe im Sinne von § 27 StGB?

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