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Sonderdelikt

Sonderdelikt

Ein Sonderdelikt ist ein Tatbestand, der nur von einem Täter mit besonderen persönliche Merkmalen verwirklicht werden kann. Besondere persönliche Merkmale sind in § 14 I StGB definiert. Gegensatz: Allgemeindelikt.

  • Echtes Sonderdelikt: Die Eigenschaft der Person hat strafbegründende Wirkung (Beispiel: Bestechlichkeit, § 332 StGB). Es gibt also keinen entsprechenden Tatbestand für andere Menschen, die diese Eigenschaft nicht aufweisen.
  • Unechtes Sonderdelikt: Die besondere Subjektsqualität wirkt strafschärfend. Beispiel: Körperverletzung im Amt, § 340 StGB. Es gibt daneben einen Tatbestand, der für alle anderen gilt (Körperverletzung, § 223 StGB). Für die zweite Variante des § 340 StGB (begehen lässt) ist streitig, ob es sich um ein echtes Sonderdelikt handelt.

Die Unterscheidung zwischen echten und unechten Sonderdelikten ist vor allem für die Strafbarkeit des Teilnehmers relevant:

Verwandte Themen

Allgemeindelikt | Besondere persönliche Merkmale

Links

BGH 1 StR 234/12: Bankrott als echtes Sonderdelikt
Zöller ZJS 2009, 671: Anm. zu BGH 4 StR 347/091
Jyh-Huei Chen: Das Garantensonderdelikt

FAQ

Was ist ein Sonderdelikt?

Was ist der Unterschied zwischen einem Sonderdelikt und einem Allgemeindelikt?

Was ist der Unterschied zwischen einem echten und einem unechten Sonderdelikt?

Beispiele für Sonderdelikte?

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