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Unzumutbarkeit normgemäßen Verhaltens

Unzumutbarkeit normgemäßen Verhaltens

Die Unzumutbarkeit normgemäßen Verhaltens wird vereinzelt als regulatives Prinzip für Unterlassungsdelikte und Fahrlässigkeitsdelikte angenommen. Ein normgemäßes Verhalten ist unzumutbar, wenn außergewöhnliche Umstände es dem Normadressaten besonders schwer machen, sich pflichtgemäß zu verhalten.

Beispiel: Ein Kutscher geht auf Anweisung seines Dienstherrn eine Gefahr ein. Wenn er dies nicht täte, würde er seinen Arbeitsplatz verlieren (Leinenfängerfall).

Bei vorsätzlichen Handlungen und bei Delikten, die keine Unterlassungsdelikte sind, gelten ausschließlich die Regelungen des Notwehrexzesses (§ 33 StGB) und des entschuldigenden Notstands (§ 35 StGB). Denn diese Regelungen stellen eine gesetzliche Ausprägung des Gedankens eines unzumutbaren normgemäßen Verhaltens dar.

Verwandte Themen

Entschuldigender Notstand | Übergesetzlicher entschuldigender Notstand | Rechtfertigende Pflichtenkollision

Links

RGSt 30, 25: Leinenfängerfall
Lars Wortmann: Inhalt und Bedeutung der Unzumutbarkeit normgemäßen Verhaltens im Strafrecht

FAQ

Was bedeutet die Unzumutbarkeit normgemäßen Verhaltens?

Welches Urteil ist der Klassiker für den Gedanken der Unzumutbarkeit normgemäßen Verhaltens?

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