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Antizipierte Notwehr

Antizipierte Notwehr

Bei der antizipierten Notwehr geht es um Fälle, in denen automatische Anlagen zur Abwehr von Angriffen verwendet werden. Wer solche Verteidigungs­mittel (zum Beispiel Selbstschuss­anlagen) einsetzt, trägt das Risiko

  • einer unzulässigen Präventivnotwehr, bei der die Gegenwärtigkeit des Angriffs nicht gegeben ist,
  • und eines krassen Missverhältnisses zwischen dem geschützten und dem verletzten Rechtsgut.

Soweit die eingesetzten Mittel erst beim tatsächlichem Eintreten einer Notwehrlage aktiv werden (gegenwärtiger Angriff) und die eingesetzten Mittel nicht völlig unverhältnismäßig sind, gibt es bezüglich der Rechtfertigung nach § 32 StGB grundsätzlich keine spezifischen Probleme einer anzipierten Notwehr. Das Einsetzen von Abwehrmaßnahmen ist - soweit diese sozial adäquat sind - nicht anders zu beurteilen als beispielsweise der Betrieb einer gefährlichen Anlage, wenn diese gleichzeitig mit einem großen Nutzen verbunden ist.

Verwandte Themen

Präventivnotwehr | Notwehr | Erlaubtes Risiko

Links

Manfred Heinrich: Die Verwendung von Selbstschussanlagen im Lichte des Strafrechts
Daniel Liendl: Zwischen Notwehr und rechtswidrigem Angriff: Schranken der Notwehrhandlung (S. 8: Selbstschussanlagen)
Roman Lauth: Antizipierte Notwehr (Google Books)

FAQ

Was ist antizipierte Notwehr?

Ist antizipierte Notwehr ein Rechtfertigungsgrund nach § 32 StGB?

Ist antizipierte Notwehr eine unzulässige Präventivnotwehr?

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