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Gesamtstrafe

Gesamtstrafe

Eine Gesamtstrafe wird gebildet, wenn ein Täter wegen mehrerer Taten verurteilt wird, die zueinander im Verhältnis der Tatmehrheit (§ 53 StGB) stehen. Die Bildung der Gesamtstrafe richtet sich nach § 54 StGB (Asperationsprinzip):

  • Zunächst werden für jede Tat einzelne Strafen gebildet.
  • Die Gesamtstrafe ergibt sich aus einer durch Erhöhung der verwirkten höchsten Strafe, bei Strafen verschiedener Art durch Erhöhung der ihrer Art nach schwersten Strafe (§ 54 I 2 StGB). Gegenüber einer Geldstrafe ist die Freiheitsstrafe immer eine Strafe schwererer Art.
  • Ist eine der Strafen eine lebenslange Freiheitsstrafe, so ist dies die Gesamtstrafe (§ 54 I 1 StGB).
  • Die Gesamtstrafe muss dabei unter der Summe der Einzelstrafen liegen (§ 54 II 1 StGB).

Bei der Bildung einer Summe der Einzelstrafen aus Freiheits- und Geldstrafen steht ein Tagessatz für einen Tag Freiheitsstrafe (§ 54 III StGB).

Die Bildung einer Strafe für tateinheitlich begangene Delikte richtet sich nach § 52 II StGB (Absorptionsprinzip).

Verwandte Themen

Realkonkurrenz | Absorptionsprinzip

Links

BGH 4 StR 594/98: Nachträgliche Gesamtstrafenbildung bei einem Dauerdelikt

FAQ

Was ist eine Gesamtstrafe?

Wie wird die Gesamtstrafe gebildet?

Wird die Summe der Einzelstrafen aus Freiheits- und Geldstrafen gebildet?

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