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Erfolgsqualifiziertes Delikt

Erfolgsqualifiziertes Delikt

Definition

Ein erfolgsqualifiziertes Delikt wird durch den Eintritt eines bestimmten Erfolgs zu einer Qualifikation des Grundtatbestands.

Erklärung

Bei einem erfolgs­qualifizierten Delikt wird der Grundtatbestand durch den Eintritt eines bestimmten Erfolgs zur Qualifikation. Bezüglich des qualifizierenden Erfolgs muss der Täter nach § 18 StGB zumindest fahrlässig handeln. Beispiele:

Der Versuch eines erfolgsqualifizierten Delikts ist in diesen Varianten möglich:

  • Erfolgsqualifizierter Versuch: Grundtatbestand versucht, schwere Folge tritt ein.
  • Versuch der Erfolgsqualifikation: Grunddelikt vollendet, schwere Folge tritt nicht ein, wurde aber mindestens in Kauf genommen.
  • Versuch des Grunddelikts und Versuch der Erfolgsqualifikation: zwei Versuche in Tateinheit.

Zwittergebilde Erfolgsqualifikation
Nach § 11 Abs. 2 StGB ist das 'Zwittergebilde' erfolgsqualifiziertes Delikt insgesamt als vorsätzliche Tat anzusehen. Damit gelten die allgemeinen Versuchsbestimmungen. Diese setzen nicht voraus, dass der Täter ein Tatbestandsmerkmal objektiv verwirklicht, sondern nur, dass er nach seiner Vorstellung von der Tat hierzu unmittelbar ansetzt. Vor diesem Hintergrund ist es nicht gerechtfertigt, für den Versuch des erfolgsqualifizierten Delikts die Vollendung des Grundtatbestands oder den Eintritt der schweren Folge zu verlangen.
BGH 3 StR 415/20




FAQ

Was ist ein erfolgsqualifiziertes Delikt?

Welche innere Einstellung des Täters muss in Bezug auf den Erfolg vorliegen?

Was ist ein erfolgsqualifizierter Versuch?

Was ist ein Versuch der Erfolgsqualifikation?


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Verwandte Themen: Qualifikation | Grundtatbestand | Fahrlässigkeit


Links

Prüfungsschema Erfolgsqualifiziertes Delikt
Prüfungsschema Schwere Körperverletzung (§ 226 StGB)
Prüfungsschema Körperverletzung mit Todesfolge (§ 227 StGB)
Prüfungsschema Raub mit Todesfolge (§ 251 StGB)
Crashkurs Deliktseinteilungen
BGH 1 StR 34/19: Rücktritt von der versuchten Erfolgsqualifikation
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