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Tatherrschaft

Tatherrschaft

Tatherrschaft bedeutet das bewusste In-den-Händen-Halten des Geschehensablaufs. Das Kriterium Tatherrschaft dient vor allem zur Abgrenzung zwischen Täterschaft (auch Mittäterschaft und mittelbare Täterschaft) und Teilnahme.

  • Nach der objektiven Theorie ist Täter, wer das Geschehen objektiv in der Hand hat.
  • Für die frühere Rechtsprechung (sog. animus-Theorie) war dagegen eine objektive Tatherrschaft nicht erforderlich. Entscheidend seien subjektive Kriterien: Täter ist, wer die Tat als eigene will; Teilnehmer ist, wer die Tat als fremde will.

Für die Frage der Tatherrschaft ist die Mitwirkung am Tatort nicht unbedingt ausschlaggebend. Die sogenannte funktionelle Tatherrschaft gleicht durch die Stellung eines Täters in der Gesamtorganisation des Geschehens die Abwesenheit am Tatort aus.

Für den mittelbaren Täter kann die Tatherrschaft unterschiedlich begründet sein:

  • Wissensherrschaft (Beispiel: Hintermann nutzt Irrtum des Werkzeugs)
  • Willensherrschaft (Beispiel: Hintermann ist schuldunfähig)
  • Organisationsherrschaft (Beispiel: Täter hinter dem Täter)

FAQ

Was bedeutet Tatherrschaft?

Wozu dient der Begriff der Tatherrschaft?

Kann jemand, der überhaupt nicht am Tatort anwesend ist, Täter sein?

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