jurAbisZ.de | Strafrecht Definitionen

Täter hinter dem Täter

Täter hinter dem Täter

Die Rechtsfigur des Täters hinter dem Täter ist eine Form der mittelbaren Täterschaft. Hierbei handelt das Werkzeug (der Tatmittler bzw. Vordermann) voll deliktisch (tatbestandsmäßig, rechtswidrig und schuldhaft). Beispiele:

  • Vermeidbarer Verbotsirrtum des Tatmittlers
  • Organisierter Machtapparat im Hintergrund (NS-Staat, DDR-Regime, Mafia usw.)
  • Nötigung des Tatmittlers, der im Hinblick auf das geschützte Rechtsgut aber widerstehen müsste
  • Täuschung des Vordermanns über den konkreten Handlungssinn seines Tuns (Beispiel: H veranlasst V, eine vermeintlich völlig wertlose Vase zu zerstören)

Die mittelbare Täterschaft in Form des Täters hinter dem Täter ist sehr umstritten. Dem Modell wird entgegengehalten, dass die mittelbare Täterschaft dort ende, wo der Vordermann in voller Eigenverantwortung handele. Dann sei nur noch Raum für eine Anstiftung vorhanden.

Verwandte Themen

Mittelbare Täterschaft | Anstiftung

Links

BGHSt 35, 347: Katzenkönig-Fall
Friedrich-Christian Schroeder: Der Täter hinter dem Täter

FAQ

Was bedeutet die Rechtsfigur des Täters hinter dem Täter?

Was ist das Besondere an der Rechtsfigur des Täters hinter dem Täter?

Was sind Beispiele für den Täter hinter dem Täter?

· · ·
Strafrecht Definitionen > Beteiligung > Täterschaft > Mittelbare Täterschaft > Täter hinter dem Täter

jurAbisZ.de | © Jan Knupper | Impressum